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Ein Hauptort oder zentraler Ort ist die Ortschaft, die das wirtschaftliche, geistige oder administrative Zentrum eines geographischen Raumes darstellt, aus Sicht der Verwaltungsgliederung und der Raumplanung mit leicht unterschiedlicher Bedeutung.

Abgrenzung Hauptort und zentraler Ort

Zentrale Orte sind Orte, in denen Verwaltungs-, Dienstleistungs-, Verkehrs-, Kultur-, Bildungs- und Wirtschaftsfunktionen für ein Umland konzentriert sind. Ein solcher Ort nimmt aufgrund dieser Konzentration eine bedeutende Stellung für sein Umland ein („Bedeutungsüberschuss“). Zentrale Orte bilden unter sich wiederum oft eine Hierarchie bzw. bauen ein Schema der Funktionsteilung von Zentralität auf. Ein solches Schema ist beispielsweise das System der zentralen Orte, das auf raumwissenschaftliche Untersuchungen in den 1930er Jahren zurückgeht. Darüber hinaus sind weitere wissenschaftliche Ansätze und Modelle zur Erklärung der Entstehung und Funktion von Zentralität und Zentralen Orten entstanden.

Allgemein gilt: Je größer und bedeutender eine Stadt ist, desto größer ist auch ihr potentieller Einzugsbereich. Das gilt nicht nur für Wirtschaft und Handel, sondern auch für Wanderungen in eine Stadt oder zwischen den Städten (räumliche Mobilität). Verschiedene Wissenschaften befassen sich mit den Mustern und Wahrscheinlichkeiten dieser Abläufe.

Abgrenzung Hauptort und Hauptstadt

Eine Hauptstadt ist der Hauptort einer Region, eines Bezirks, Landes, Staates oder historischen Territoriums (Residenzstadt). Meist ist sie Verwaltungssitz und muss nicht zwingend auch Regierungs­sitz sein.

Die Hauptstadt muss nicht der größte oder bevölkerungsreichste Ort sein, oder der Hauptort als wirtschaftlich-kulturelles Zentrum des Raumes, und muss nicht einmal verwaltungsgliederisch Teil der Region sein, und umgekehrt der räumliche Hauptort der Region nicht administrative Hauptstadt. Beispiel für eine starke Konzentration der politischen und raumgliederischen Aspekte („zentralistischer Hauptort“) ist Paris in Frankreich, Beispiel eines dezentralen Konzeptes ist die Europäische Union, die, aufgrund der vielen als gleichrangig erachteten Hauptorte Europas gar keine, bzw. drei Hauptstädte im Sinne des Begriffs hat (Brüssel, Straßburg und Luxemburg).

Ein Hauptort muss nicht geographisch zentral liegen. Nicht jede Stadt ist auch gleichzeitig Hauptort einer Region, kann aber für die Menschen der umliegenden Regionen, und die Raumplanung und -entwicklung als solcher gelten, wenn bestimmte Teile der Infrastruktur nur in dieser Stadt vorhanden sind. In schlecht entwickelten Räumen liegen die Hauptorte typischerweise außerhalb der Region, was zu Abwanderung und Stärkung des Hauptortes führt.

Bei territorialer Zusammenlegung ist zumeist der Ort mit Verwaltungssitz der neue Hauptort, ebenso in dünn- und streubesiedelten Regionen ohne allgemeinem Zentrum. Politisch-administrative und geistig-wirtschaftliche Aspekte beeinflussen sich gegenseitig, sodass der eine Aspekt im Laufe der Stadtentwicklung den anderen nach sich zieht (Urbanisierung) – Beispiele sind historische Siedlungsgründungen um Klöster und Burgen, die deren Funktion als Hauptort übernehmen, und umgekehrt Neugründungen oder Verlagerung von Hauptstädten aus wirtschaftspolitischen Gründen (wie Brasília oder Ankara). Musterbeispiel einer Hauptortentwicklung ist Hongkong, 1842 in einer dörflichen Region als Handelshafen und Kolonialverwaltung installiert, heute Zentralort des ganzen Südens Ostasiens und Drehscheibe des Welthandels.


Quellen

Seite „Hauptort“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 6. April 2016, 10:45 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Hauptort&oldid=153226451 (Abgerufen: 23. August 2016, 13:49 UTC)

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